Im falschen Buch. Plädoyer für die Versetzung von Carl Mörck.

Carl Mörck ist herrlich. Darum habe ich alle drei Bände gelesen. Adler Olsen. Immer in der Hoffnung, dass es diesmal ohne psychopathischen Serienmörder abgeht. Geht es natürlich nicht. Aber der Ermittler Carl Mörck ist sympathisch. Er ist ein Antiheld, wie er im Buche steht, zumindest in diesen. (Aufgrund der rekursiven Behauptung wird sich jetzt wahrscheinlich das Universum in kleine Logikwölkchen auflösen).

Wie Carl Mörck da in seinem Keller im Präsidium haust, gegen Vorschriften und seine eigene Sekretärin kämpft und von seinem Adlatus mit fragwürdigen Speisen aus dem Morgenland versorgt wird – wunderbar. Seine häusliche Situation mit seltsamen Mitbewohnern, die ihm die Bude auf den Kopf stellen – köstlich. Aber dann wieder diese Leier mit den aus welchen Gründen auch immer Gequälten und Entführten, die irgendwo in den Schären der Rettung harren. Den Teil könnte man von mir aus weglassen.

Das Seltsame ist, dass ich beim Lesen die ganze Zeit das Gefühl hatte: Adler Olsen will das eigentlich auch nicht. Adler Olsen hat Spaß an seinem Carl Mörck und dem Chaos, das sein Leben ist. Bürokratie, Baumängel, biestige Ex, bornierter Chef, bipolare Sekretärin. Aber – mutmaßlich zu seinem eigenen Bedauern – ist Olsen ein Thrillerautor aus Skandinavien. Und von dem erwartet man nun mal Psychopathen am laufenden Band. Erbarmen, Erlösung, Erbrechen.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *

7.471Spam-Kommentare bisher blockiert vonSpam Free Wordpress