
Eine der ersten Tagebuchseiten der zukünftigen Autorin.
Fredrika Gers ist gebürtige Hamburgerin. Sie schreibt, seit sie schreiben kann. Mit 17 macht sie auf eigene Initiative ein vorgezogenes Abitur in der Hoffnung, danach erst einmal Ferien zu haben. Doch ihre Eltern stecken sie in eine Banklehre – die schlimmste Zeit ihres Lebens. Als brave Tochter macht sie die Lehre fertig, schwört aber gleichzeitig, sich nie mehr von anderen Leuten vorschreiben zu lassen, was sie tun soll.
Doch zunächst gilt es, der Bank zu entkommen. Die Flucht gelingt und endet im Hamburger Hafen. Hier arbeitet Fredrika Gers zwei Jahre lang als Schiffsmaklerin. Der Kontakt mit den bodenständigen Spediteuren und Tallyleuten macht ihr mehr Spaß als Geld zu zählen.
Doch der Traum vom Schreiben bleibt. Erste Glossen und Lokalspitzen erscheinen Anfang der Achtziger im Hamburger Abendblatt. Und vom Kontor weg gelingt ihr zwei Jahre später der Einstieg in die junge, aufstrebende Werbeagentur Springer & Jacoby. Einige Probetexte haben den Agenturchef überzeugt. Es folgen Jahre mit viel Nacht- und Wochenendarbeit sowie zahlreiche Medaillen vom renommierten Art Directors Club ADC. (Das ist ein Zusammenschluss der besten deutschen Kreativen, also nicht zu verwechseln mit dem ADAC.)

Auszeichnung mit dem sogenannten Goldenen Nagel, höchste Weihe für deutsche Werber, in der wirklichen Welt jedoch völlig bedeutungslos.
Ein Jahrzehnt arbeitet Fredrika Gers als Werbetexterin in einigen der besten Werbeagenturen in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München. Dann macht sie sich in München selbstständig.
Auch die Berufung in den ADC bleibt nicht aus, sie wird das jüngste Mitglied. Viele Jahre gehört sie der Jury an, die alljährlich in Berlin die beste Werbung auszeichnet.
Dann kommt wieder etwas Neues: Schon 1986 kauft sie sich einen Computer und ein Modem und taucht über Nacht in virtuelle Welten ein. In den 90ern veröffentlicht sie zwei Jugendkrimis, die in der Mailbox-Szene spielen und unter Computerfreaks Kultstatus erreichen.
Der Liebe wegen verschlägt es sie im neuen Jahrtausend ins Berchtesgadener Land. Schnell entdeckte sie dort ihre zweite große Liebe: die Berge.

Eine neue Welt - im Sommer auf der Watzmann-Südspitze...
Seitdem ist sie fast jede Woche im Alpen-Nationalpark unterwegs. Austritt aus dem ADC und Eintritt in den Alpenverein. Bald entsteht die Idee zu einem Berchtesgaden-Krimi. Inzwischen ist eine ganze Reihe geplant, denn die eigenwilligen Bewohner des Berchtesgadener Talkessels liefern Steilvorlagen am laufenden Band.

... im Winter im Watzmannkar.
Fredrika Gers besitzt einen Segelschein, zwei Kletterscheine und einen Führerschein sowie das Freischwimmer-, Fahrtenschwimmer- und Rettungsschwimmer-Abzeichen. Neben Schreiben und Bergsteigen hat sie noch ein drittes Hobby: den Austritt aus Vereinen. Sie hat kein Haustier, dafür spricht sie in der freien Natur mit allen Tieren, die freiwillig in Hörweite bleiben. Seit 2011 studiert sie außerdem Psychologie an der Fernuniversität Hagen – möglicherweise, um den Zusammenhang zwischen ihren Hobbies zu klären.
Hier noch ein Interview mit Fredrika Gers vom April 2012.